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Stationsalltag 47.1

Sicher fragen Sie sich, wie sich wohl der Aufenthalt auf der Station gestaltet. Der Tag beginnt mit dem Wecken und der anschließenden Körperpflege bevor es das gemeinsame Frühstück gibt. Während der Schulzeit findet werktags Unterricht in unserer Paul-Moor-Schule auf dem Klinikgelände statt. Noch nicht schulpflichtige Kinder werden in dieser Zeit mit alters entsprechend geeigneten Tätigkeiten beschäftigt. Zum Teil finden vormittags auch Therapieangebote (z.B. therapeutisches Reiten) und Diagnostiktermine (z.B. Leistungsdiagnostik) statt.

Nach Beendigung des Unterrichts und der Rückkehr auf die Station erfolgt das Mittagessen mit den anderen Mitpatienten der Station. Anschließend findet eine etwa einstündige "Mittagsruhe" statt, in der die Kinder die Möglichkeit haben, sich von der Schule und dem Gruppenalltag "zu erholen". Lesen, Musik hören, Basteln u.ä. können hier mögliche Tätigkeiten sein. Auch die Kindervisite findet in dieser Zeit statt, d.h. die Therapeuten und Stationsmitarbeiter haben regelmäßig die Gelegenheit mit den Patienten weitere Behandlungsschritte zu besprechen, Absprachen zu treffen etc.; für die Kinder ist dies eine gute Möglichkeit – neben den therapeutischen Einzelkontakten – Rückmeldungen über ihre "Entwicklung" und Fortschritte abzugeben.

Am Nachmittag finden unterschiedliche Therapieangebote (Kunsttherapie, Motopädie etc.) statt. Daneben gibt es zahlreiche Gruppenaktivitäten, die je nach den Erfordernissen mehr oder weniger durch das Stationsteam angeleitet und begleitet werden. Beispielhaft sei das Spielen im großen Stationsgarten bei entsprechenden Wetterverhältnissen, Gesellschaftsspiele, Bastelstunden, Entspannungsgruppen, Malangebote u.ä. genannt.

Zur Verbesserung und Erhaltung einer altersgerechten Selbständigkeit werden die Kinder mit kleinen Diensten (Tisch decken, Spülmaschine einräumen etc.) in den Stationsalltag integriert. Daneben bemühen wir uns, unter entsprechender Anleitung, wiederkehrende Aspekte eines "normalen Alltags", die auch im häuslichen Umfeld bedeutsam und potenziell problematisch sind, wie z.B. die Körperpflege und Ordnung im eigenen Schrank/Zimmer, mit den Kindern zu trainieren.

Die im Zusammenleben mit anderen Kindern aber auch erwachsenen Bezugspersonen wichtigen sozialen Kompetenzen wie beispielsweise das Erlernen von Konfliktlösestrategien, Ausdrücken von Gefühlen, Kommunikation ohne Aggression etc. sollen im Stationssetting unter therapeutischer Begleitung erlernt werden.