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Tiergestützte Therapie

Die Tiergestützte Therapie gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Der wohl bekannteste tierische Co-Therapeut ist das Pferd in der Reittherapie. Wissenschaftliche Studien belegen eindrucksvoll, welch wertvolle Hilfe Tiere beim Gesundwerden sind. In unserer Abteilung nutzen wir neben dem Pferd nun auch den Hund. Denn nachgewiesen ist, dass besonders Hunde die Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen in hohem Maße ansprechen.

Tiere, wie z.B. der Hund besitzen eine starke Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche und bilden einen wesentlichen Teil ihrer Lebenswelt. Sie erleichtern das Lernen und wirken in vielerlei Hinsicht auf den Körper, den Geist und die sozialen Fähigkeiten eines Kindes oder eines Jugendlichen.

Ein genauer Blick auf die generellen Wirkungsweisen von Tieren auf den Menschen zeigt Folgendes:

Physiologische Wirkungen

  • Stressreduktion, wie Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie der Corticoide
  • gesunder Lebensstil, allein schon durch mehr Bewegung an frischer Luft
  • Verbesserung sozialer Kontakte
  • Förderung der Bewegung und motorischen Fähigkeiten

Psychische Wirkungen

  • Beruhigende Effekte
  • Erleben und Begreifen von Emotionalität
  • Erfahrung von Anerkennung
  • Erleben von Wirksamkeit von Erziehung, Notwendigkeit des Aufstellens und Einhaltens von Regeln sowie der Übernahme von Führung durch Kontrolle ohne Gewalt

Soziale Wirkungen

  • Reduktion von Gefühlen der Einsamkeit
  • Förderung der Kontaktaufnahme zu Menschen
  • Emotionale Puffer

Allein aus diesen generellen Wirkungsweisen lassen sich spezielle Ziele für die Kinder und Jugendlichen formulieren, die diese mittels Tiergestützter Therapie mit und durch den Hund erreichen können.

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Ein Mädchen streichelt einen langhaarigen Hund auf einer grünen Wiese.
Tiere haben eine positive Wirkung auf Kinder und Jugendliche

Durch den Hund erleben und erhalten Kinder und Jugendliche Wärme, Geborgenheit, Echtheit, Einfühlungsvermögen und (Be-)Achtung. Auch Liebe und Anerkennung sowie ein Zugehörigkeitsgefühl werden durch den Hund empfunden und auch wieder zurückgegeben. Die Kommunikationsfähigkeit sowohl verbal als auch nonverbal wird verbessert. Verhaltensregeln in Bezug auf den Hund werden vermittelt und die Wichtigkeit wird deutlich besser von den Kindern und Jugendlichen (an)erkannt. Die Kinder und Jugendlichen übernehmen Verantwortung für sich und ihr eigenes Handeln sowie für den Hund und die Gruppe. Ein positives Selbstkonzept wird durch die Entwicklung von sozialen und emotionalen Fertigkeiten aufgebaut oder gestärkt. Die psychische wie auch die körperliche Gesundheit wird wieder hergestellt bzw. verbessert. Auch die Teamfähigkeit oder das Miteinander wird durch gemeinsame Aktivitäten rund um den Hund wie Sport und Spiel oder gemeinsames Entspannen usw. geschult.

Welche Kinder und Jugendlichen eignen sich für die Tiergestützte Therapie?

langhaariger Hund auf einer grünen Wiese
Hund der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Grundsätzlich ist erstmal jedes Kind und jeder Jugendliche geeignet, bei dem ein natürliches Interesse am Hund vorhanden ist. Das beinhaltet alle in dieser Abteilung vorhandenen verschiedenen Krankheit- und Störungsbilder.
Ausnahmen bilden jene Kinder und Jugendlichen, die eine große Abneigung oder sogar Hassgefühle empfinden oder krankhaft ängstlich gegenüber Hunden sind sowie diejenigen Kinder und Jugendlichen, bei denen es aus medizinischen Gründen nicht zu verantworten ist, z.B. bei bestimmten Allergien.