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Veranstaltungen

2. Fachtagung: In-Out 2018 - Bringen forensische Patientinnen und Patienten die Nachsorgesysteme an Ihr Limit.

Veranstaltungsgebäude der LVR-Klinik Bedburg-Hau

25. Januar 2017 - LVR-Klinik Bedburg-Hau

In unserer zweiten Fachtagung „In - Out“ zur Betreuung von dauerbeurlaubten und bedingt entlassenen Maßregelvollzugspatientinnen und -patienten wollen wir uns der Frage nähern, ob sie für die Versorgungssysteme der Gemeindepsychiatrie und der Heilpädagogischen Hilfen eine besondere Herausforderung darstellen.
Nur forensische Patientinnen und Patienten ha-ben ein derart dichtes Hilfenetz bestehend aus Bewährungshilfe, Führungsaufsicht, forensischer Nachsorge und nicht zuletzt den Betreuungssystemen der Gemeindepsychiatrie. Dadurch entsteht ein stützendes Netzwerk auf dem Weg nach draußen zum wahren Leben. Genau diesem Thema wird sich der erste Vortrag der Fachtagung widmen.
Welche Aufgaben die FÜNA in diesem Versorgungsnetzwerk innehat, wird in den weiteren Vorträgen dargestellt.
Die juristische Seite der Betreuung bedingt entlassener Maßregelvollzugspatientinnen und -patienten ist im Hilfe- und Betreuungssystem nicht zu vernachlässigen. Dies sind im wesentlichen die Weisungen zur Bewährung. Was ist hier wirklich sinnvoll?
Nicht zuletzt aufgrund dieser intensiven Be-treuung durch Forensische Nachsorge, Bewährungshilfe, Führungsaufsicht und Gemeindepsychiatrie sind die Erfolgsquoten der Maßregelvollzugsbehandlung außergewöhnlich gut. Wir hoffen, am Ende der Tagung und der Podiumsdiskussion die provokative Frage der Fachtagung mit einem eindeutigen Nein beantworten und feststellen zu können : Gute Nachsorge und Rehabilitation sind die beste Prävention.

Dornröschen im Borderland... - 2. LVR-Fachtagung für den Maßregelvollzug -Frauen-

Schlafendes Dornröschen von roten Rosen umgeben

26. - 27.September 2017 - Bedburg-Hau

Das Erzählmotiv von „Dornröschen“ findet sich bis zum heutigen Tage in Märchen und Erzählungen wieder, nämlich ein todesähnlicher Schlaf einer Schönen, ihre Einschließung in einem Palast, Vergewaltigung der Schlafenden durch einen jungen Ritter, Schwangerschaft und Geburt eines Kindes im Schlaf und zuletzt die Erweckung und die Heirat mit dem Täter. Sicherlich ist in der modernen Version „der Mißbrauchskern“ nicht mehr vorhanden, im 17. Jahrhundert findet sich jedoch die Motivkette Schlaf, Vergewaltigung, Erlösung und daran anschließende eheliche Legitimation auch in einigen anderen Märchen, so z. B. Sonne, Mond und Thalia (siehe: Mazenauer, B. & Perrig, S.: „Wie Dornröschen seine Unschuld gewann“ in Archäologie der Märchen deutscher Taschenbuchverlag 1998). In seinem Roman „Die schlafenden Schönen“ beschreibt Kawabata Yasunari eine ähnlich anmutende Geschichte. Im wahren Leben befällt das Dornröschen Syndrom, offiziell Kleine-Levin-Syndrom, aber vornehmlich junge Männer, somit vielleicht eine „kleine ausgleichende“ Namensgebung. Seit Freud und Jung gelten Märchen als Ausdrucksform des Unbewussten. Märchenanalysen nehmen Symboldeutungen vor und nehmen an, dass Märchen Versuche sind, Träume, Seelenkonstitution und Triebkräfte innerseelischer Art zu enträtseln. Horowitz beschrieb 1993 Reaktionen, welche nach der Traumatisierung durch eine Vergewaltigung ablaufen. Wie könnte Dornröschen reagiert haben? Was hätten wir als Therapeuten* innen tun können, um ihr zu helfen? Welche negativen Entwicklungen hätte es geben können, die dann Dornröschen in das „Borderland“ der emotionalen Instabilität geführt hätten, dann vielleicht sogar in den Maßregelvollzug? All diesen Fragen wird der Fachtagung nachgehen.

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